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Monat: September 2016

Übernachten auf der Stettiner Hütte, das geht!

Da es im Internet verschiedene Gerüchte um die Stettiner Hütte und den Weg aufs Eisjöchl gibt, dachten wir uns, dass wir mal mit den Gerüchten aufräumen und berichten, was wir dort gesehen haben. Wir sind Ende Juli auf unserer Transalp durchs Pfelderer Tal, also wie die meisten Aplencrosser von Norden kommend hoch aufs Eisjöchl und haben dort auf der Stettiner Hütte übernachtet. Obwohl wir dort waren, gab es noch Leute, die es scheinbar besser wussten und weiter behaupteten, die Hütte wäre geschlossen. Auf der Homepage der Stettiner Hütte (Link) steht es wären keine Übernachtungen möglich und sie würden ab Ende Juli Übernachtungsmöglichkeiten schaffen. Der Eintrag dort stammt aber aus dem Jahr 2014. Wir haben per Email reserviert und es wurden uns sofort drei Lagerplätze zugesagt. Es gab Halbpension und alle Getränke, die man auf anderen Hütten auch bekommt. So haben wir die provisorische Stettiner Hütte zum ersten Mal gesehen:

Alex auf dem Weg hoch zur provisorischen Stettiner Hütte am Eisjöchl
Alex auf dem Weg hoch zur provisorischen Stettiner Hütte am Eisjöchl

 

Die alte Stettiner Hütte wurde im Februar 2014 von einer Lawine weitestgehend zerstört. Stand heute (August 2016) steht dort eine Hütte, die zwar nicht besonders urig, aber zweckmäßig ist. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten für mehr als 20 Personen. Einen Waschraum im engeren Sinne gibt es nicht, sondern nur ein Waschbecken direkt am Eingang zum unteren Geschoss und daneben zwei Toiletten. Trinkwasser kommt nicht aus dem Hahn, sondern muss an der Theke gekauft werden und es gibt keinen Indoor Weg vom Lager hoch zum Speisesaal, sondern man muss draußen über eine Treppe gehen. Wenn man damit klar kommt – und als Transalpbiker oder Wanderer, der es soweit hoch schafft sollte das nicht so schlimm sein – dann kann man hier gut essen und schlafen. Die zerklüfteten Felsen sowie die Eis- und Geröllfelder dort oben, auf einer Höhe von fast 2900 m. ü. NN. sind nunmal nicht so leicht zu bebauen wie die grünen Wiesen unten im Pfossental. Wer also hochalpin übernachten möchte, auf etwas Komfort verzichten kann und nicht auf den Neubau der Stettiner Hütte warten will, der kann auch jetzt seine Route über das Eisjöchl planen und dort schlafen. Die Wege sind teilweise nur schiebend passierbar, aber das ist wohl auch deren Steilheit geschuldet. Wenn ihr nicht dort oben schlafen wollt, gibt es auch die Möglichkeit, die echt schöne Abfahrt ins Pfossental zu nehmen, dort zu übernachten oder gleich bis ins Vinschgau vor zu rollen. Auf unserer Eisjöchl Transalp 2016 waren wir auch dort und wir haben auch auf unserem Blog über die Hütte berichtet.

Die Stettiner Hütte auf Holzstelzen
Die Stettiner Hütte auf Holzstelzen

 

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Der ursprüngliche Standort der Hütte ist bereits planiert – der Neubau kann beginnen
Hier noch ein Bild der aktuellen Stettiner Hütte vom Pass aus.
Hier noch ein Bild der aktuellen Stettiner Hütte vom Pass aus.

OruxMaps, unser Karten-App-Tipp für Android

Schon länger bin ich auf der Suche nach einem Android-App für die Navigation während meiner MTB-Touren. Dabei ist es mir wichtig auf die Kartenfunktion auch offline zugreifen zu können, aus folgenden Gründen

  • Akku-Verbrauch: Ständig online zu sein entleert den Akku. Auf langen Touren ist es daher besser in den Flugmodus wechseln zu können.
  • Roaming-Gebühren: Oft bin ich auf den Touren im Ausland unterwegs (z.B. Transalp) und dort kann die Datennutzung sehr kostspielig sein.
  • Empfang: Selbst wenn man im eigenen Land unterwegs ist kann man nicht immer auf das Internet zugreifen, besonders in abgelegenen Bergregionen.

Zwar nutzen viele Transalpbiker praktische GPS-Navigationsgeräte die direkt am Bike befestigt sind, als Reserve und spontane Touren daheim ist eine Handy-App jedoch ein nützlicher Begleiter. Nach einer Umfrage in der Facebook-Gruppe Transalp habe ich von Orux Maps erfahren und es direkt ausprobiert. Ingesamt, um schon mal das Fazit vorwegzunehmen, hat mich dieses App überzeugt! Zunächst ein paar grundlegende Infos:

  • kostenlos verfügbar im Google PlayStore
  • keine Werbung!
  • Lediglich 13 MB groß, die Offline-Karte für die gesamten Alpen hat jedoch stolze 1.5 GB (Ostalpenkarte: 600 MB)
  • kann Karten und GPS-basiert den eigenen Standort anzeigen
  • kann Outdoor-Aktivitäten aufnehmen und bspw. als GPX-Datei speichern
  • Weitere detaillierte Infos auf der OruxMaps-Playstore-Seite oder der OruxMaps-Webseite
Nun zu den Hauptfunktionen von Orux Maps. Am wichtigsten hierbei ist natürlich die Karte selbst. Diese habe ich als Gesamtpaket für die Alpen auf OpenAndroMaps.org heruntergeladen. Dazu klickt man am Besten auf dem Handy auf diesen Link und lädt die entsprechende Karte herunter und öffnet diese dann über die OruxMaps-App. Die Karte ist, wie man rechts sieht, sehr detailliert. Eingezeichnet sind Straßen und Wander-/Radwege, Höhenlinien, Gipfelbezeichnungen und praktischerweise auch viele „Point of Interests“, wie z.b. und ganz wichtig für Transalpbiker, Supermärkte, Restaurants und Hütten auf der Strecke. Der Zoom funktioniert sehr gut und daher lässt sich das Gelände bereits im Voraus sehr gut erkunden. Durch das in die AndroMaps eingebaute MTB-Overlay, werden MTB-Wege speziell hervorgehoben und durch einen Farbcode markiert, der über die Schwierigkeitsstufe des Trails informiert, siehe hier
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Eine weitere nützliche Funktion ist die 3D-Karte. Dies ist möglich, da die OpenAndroMaps über Höheninformationen verfügen die entsprechend zu einer solchen dreidimensionalen Karte umgerechnet werden können. Damit lassen sich Bergpassagen besser erkunden, sowie die Position und Namen der umliegenden Gipfel gut bestimmen, eine ganz nützliche Funktion um die Umgebung bei einer Transalp besser kennen zu lernen. Der Blickwinkel auf die Karte lässt sich recht einfach und intuitiv mit dem Finger steuern. Übrigens: Der rot-schwarz gestrichelte Weg zeigt, wie ihr vielleicht bereits erkannt habt, den Schrofenpass zwischen Oberstdorf und Warth an. 

 

GPX-Dateien kann OruxMaps aus dem Speicher des Smartphones laden, also z.b. dem Download-Folder auf der SD-Karte. (Leider konnte ich keine GPX-Files direkt als Anhang einer Mail in OruxMaps öffnen.) Die Anzeige der Routeninformationen ist sehr übersichtlich, wie man links am Beispiel unsere Transalp Eisjöchl-Etappe über das Geiseljoch sehen kann. Durch das Verschieben des Kartenmittelpunkts erhält man verschiedenste Informationen über die Strecke, wie z.b. die Höhe eines Streckenpunktes.   
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OruxMaps eignet sich auch zum Aufnehmen von Fahrten. Hier habe ich als Test eine kurze Wanderung aufgenommen. Die Route lässt sich dann als GPX-File (u.a.) speichern und exportieren.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit OruxMaps. Die Ortung funtioniert gut, die Akkubelastung hält sich in Grenzen und die Funktionsvielfalt ist immens, so dass ich sie hier nur in ganz kleinem Umfang darstellen konnte. Dies ist vielleicht auch eine kleine Kritik die ich anbringen möchte. Die App ist anfangs nicht einfach zu verstehen und es braucht eine gewisse Gewöhnungszeit bis man den Umgang mit der Karte gelernt hat. Nichtsdestotrotz können wir diese App definitiv für eure nächste Tour empfehlen. 

Eisjöchl Transalp Etappe 1: Vom Tegernsee nach Schwaz

Die erste Etappe unserer Mountainbike Transalp übers Eisjöchl an den Gardasee startet am Tegernsee und führt entlang der Rottach und der Brandenberger Ache über schöne Forststraßen nach Österreich und von dort den Inn flussaufwärts bis nach Schwaz.

Länge: 72 km
Gesamtanstieg: ca. 1200HM
Schwierigkeit Ausdauer: 2/5
Schwierigkeit Technik: 1/5
Wege: Anfangs Teer, später Forst und Schotterwege – keine technisch schwierigen Passagen. Später im Inntal dann auf dem Radweg nach Schwaz
Highlight der Etappe: keine wirklichen Highlights – stattdessen gemütliche Einstimmung auf die Transalp in den schönen Tälern der Brandenberger Ache und der Rottach.

Tourbeschreibung:

Die Etappe startet direkt am Tegernsee, der super mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bayernticket und Fahrradmitnahme) erreichbar ist. Von dort geht es erst einmal am See entlang bis nach Rottach-Egern und von dort aus die Rottach entlang nach Süd-Osten. Dabei passiert man am Anfang gleich die Ortschaft Haslau und kann dann ganz entspannt dem Straßenverlauf bis zum Suttensee auf 1030m Höhe folgen. Es folgt eine kurze Abfahrt hinunter nach Valepp, wo sich die rote und die weiße Valepp zusammenschließen und daraus die Brandenberger Ache entsteht. Ab dort folgt man dem Flußverlauf auf einem Forstweg in Richtung Inntal. Vorsicht: Man kann nicht immer direkt am Fluß entlang fahren – der Weg bringt noch ein paar Höhenmeter mit bevor man dann bei Kramsach ins Inntal kommt. Dort ist es am Besten, wenn man einfach den Inntalradweg entlang bis nach Schwaz fährt. In Schwaz haben wir übernachtet und noch unsere Vorräte für die deutlich anspruchsvollere Etappe 2 aufgefüllt. Um am nächsten Tag nicht gleich kalt bergauf fahren zu müssen, ist gegen eine Übernachtung auch etwas weiter flussabwärts nichts einzuwenden.

 

Höhenprofil & Karte:

 

Alternativroute: 

Wer eine weitere Anreise hat, kann natürlich auch mit dem Zug nach Schwaz fahren und dieselbe Route bei unserer Etappe 2 starten. Oder ihr wollt euch die Höhenmeter des ersten Tages sparen? Dann fahrt doch einfach den Inntal-Radweg von Rosenheim aus in Richtung Schwaz.

Weitere Infos & Links:
-> Infos zur Anreise an den Tegernsee: Link
-> Wikipedia Seite des unteren Inntals: Link
-> Unser Blogeintrag am Abend der ersten Etappe: Link

 

Weitere Fotos der Etappe:

Nachdem man den Tegernsee verlassen hat, kommen die ersten Transalp-Gefühle auf. Es geht auf ruhigen Straßen nach Österreich.
Nachdem man den Tegernsee verlassen hat, kommen die ersten Transalp-Gefühle auf. Es geht auf ruhigen Straßen nach Österreich.

 

Auf sehr gut befahrbaren Feld- und Forststraßen geht es über die Brandenberger Alpen
Auf sehr gut befahrbaren Feld- und Forststraßen geht es über die Brandenberger Alpen

 

Idyllisch schlängelt sich die Brandenberger Ache durch ihr Tal
Idyllisch schlängelt sich die Brandenberger Ache durch ihr Tal