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Kategorie: West-Ost-Transalp

Zur Abwechslung einmal eine etwas andere Transalp – statt von Nord nach Süd führt uns diese vom Westen in den Osten.

West-Ost Transalp

Hier einmal eine etwas andere Route, die wir im August 2017 so gefahren sind: Es geht nicht von Nord nach Süd, sondern wir sind von Westen nach Osten gefahren. Dabei ging es von Lindau- respektive Feldkirch los – über Davos, Livigno, Stilfser Joch, Vinschgau, Eisjöchl, Pfelderer Tal, Timmelsjoch und Ötztal ging es nach Innsbruck. Die einzelnen Etappen haben wir in den jeweiligen Artikeln beschrieben. Insgesamt hat  die Tour etwa 436km, die auf 14000 Höhenmeter verteilt sind.

Die GPS – Daten der einzelnen Etappen könnt ihr auch den jeweiligen Einträgen entnehmen.

Viel Spaß beim lesen! Zuvor schon mal ein paar Impressionen der Tour:

West-Ost Transalp Etappe 1: von Lindau oder Feldkirch nach Davos

Die erste Etappe der West-Ost Transalp startet in Deutschland. Je nach Kondition und Ehrgeiz kann die Etappe in Lindau oder weiter südlich, wie in unserem Fall, von Feldkirch aus in Richtung Davos starten.

Länge: 88km
Gesamtanstieg: ca. 2300 HM
Schwierigkeit Ausdauer: 4/5
Schwierigkeit Technik: 3/5
Wege: Lange Startetappe, erst am Rhein entlang und später auf schönen Trails nach Davos in der Schweiz
Highlight der Etappe: Ganz am Ende der Etappe um den See nach Davos. Da hat man sich das Ziel dann wirklich verdient!

Tourbeschreibung:

Je nach Startpunkt hat es die Etappe richtig in sich. Wer von Lindau aus starten will, sollte wirklich sehr früh aufbrechen. Der Weg nach Feldkirch kann sich wirklich ziehen. Wir sind von Feldkirch am Rhein entlang flussaufwärts bis nach Landquart gefahren. Die Strecke ist flach und man kann super einrollen, während man immer tiefer ins Alpenland hineinfährt und die Berge um einen herum langsam höher werden. Die Transalp geht dort dann richtig los, auch wenn man sich, je nach Wind, noch nicht besonders anstrengen muss.

Das ändert sich beim Verlassen des Rheintals schlagartig. Die ersten von vielen Höhenmetern werden gesammelt. Das Tal der Landquart ist deutlich enger und schroffer als die Weiten des Rheintals. Bis Fideris waren wir noch im Tal unten unterwegs und sind dann nach Süden – den Hang hinauf abgebogen. Je nach Präferenz und Eile könnte man auch im Tal unten weiterfahren, aber wir waren ja unterwegs, um die Natur zu erleben. Auf kleinen Straßen geht es weiter nach Conters, wo sich eine Pause anbietet, denn spätestens hier merkt man, wo man ist: Auf der Transalp: Es werden noch einige Höhenmeter gemacht – zuerst bis zum Berghaus Schifer und dann über die Kuppe hinunter in Richtung Klosters. Vorsicht: hier aufpassen, dass man nicht ganz ins Tal hinunterrollt. Beim Bahnhof Cavadürli sollte man auf der Südseite der Gleise bleiben und kann dann ohne viel weitere Navigation die letzten Höhenmeter zum Davoser See hoch fahren. Dieser lässt sich auf der Ostseite wunderschön auf Trails umfahren. Die letzten Meter sind die schönsten der Etappe – da kann man sich schon richtig auf die wohlverdienten Kohlenhydrate am Abend freuen.

Fotos:

Das Rheintal entlang – Stimmung ist gut – die Beine locker – über Wetter kann man sich nicht beklagen!

 

Im Tal der Landquart gibt es einige Ortschaften die man passieren muss – dabei geht es über enge Straßen durch das Dorfzentrum

 

Es geht recht lang auf und ab (mehr auf als ab), das Tal zieht sich!

 

Wie man sieht wird es schon langsam dunkel. Durch die Anreise mussten wir spät aufbrechen in Feldkirch. Hier die Ankunft am idyllischen Davoser See.

 

Karte:

West-Ost Transalp Etappe 2: von Davos nach Livigno

Die zweite Etappe führt über zwei Pässe von der Schweiz nach Italien. Landschaftlich eine der schönsten MTB-Transalp-Etappen, die wir bisher gefahren sind. Hier ist man wirklich abgeschieden. Manche würden sagen: Am Ar*** der Welt – für uns war es einfach Natur pur und  ein einmaliges Erlebnis. Die Route  führt über den Scaletta- und den Cassanapass.

Länge: ca. 56km
Gesamtanstieg: ca. 2270 HM
Schwierigkeit Ausdauer: 4/5
Schwierigkeit Technik: 4/5
Wege: Befestigte Straßen, Forstwege, Trails
Highlight der Etappe: Oben am Scalettapass – das ist schon cool – aber dann erst die Abfahrt hinunter ins Tal!

Tourbeschreibung:

Diese einsame Etappe in herrlicher Natur war eine der schönsten Etappen, die wir bisher gefahren sind. Von Davos aus geht es auf einer Teerstraße und später einem gut befestigten Forstweg bis zum Berggasthaus Dürrboden. Dort kann man sich nochmal ausruhen, bevor es richtig steil auf Singletrails hinauf zum Scalettapass geht. Wer technisch richtig fit ist, schafft es vielleicht ganz ohne Schieben nach oben. Irgendwann lässt jedoch die Kraft nach und wir schieben immer wieder mal durch das grüne Hochtal, welches von verschiedenen Dreitausendern eingekesselt ist: Das Sattelhorn, das Bocktenhorn und das Augustenhüreli werden von der Vormittagssonne warm angestrahlt. Oben angekommen, auf über 2600m, kann man sich warm anziehen. Es folgt eine rasante Abfahrt auf Singletrails hinunter ins Inntal nach Chapella. Richtig gut – What a Ride!

Dort fährt man kurz auf der B27 nach Süden und biegt dann bei San Güerg in ein Seitental ein. Die erste Hälfte der Etappe ist damit geschafft. Ab jetzt geht es auch schon wieder stetig bergauf. Durch ein malerisches Tal, zuerst am Ova da Truppchun entlang, dann nach Süden abbiegend, den Schildern folgend zur Alp Chaschauna. Dort kann man noch ein letztes mal rasten, bevor es dann über den Cassana Pass zurück in die EU, nach Italien geht. Der Weg zur Passhöhe ist sehr steil und es muss zwangsläufig geschoben werden. Dafür entschädigt die Abfahrt an der Rifugio Cassana vorbei hinunter nach Livigno. Zahlreiche Serpentinen laden immer wieder mal zu Fotostops ein. Wenn man in Livigno angekommen ist, kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Während man den ganzen Tag über kaum einer Menschenseele begegnet ist, wimmelt es in dem italienischen Wintersportort von Touristen, die in Wanderklamotten und einer Kugel Gelato durch die etwa 2 Kilometer lange Fußgängerzone schlendern.

Fotos:

Auf gehts über enge Pfade hinauf zum Scalettpass
Bald ist es aber an der Zeit abzusteigen wenn man nicht alle Körner auf dem ersten Anstieg des Tages am Weg verstreuen will
Der Abstieg ist technisch anspruchsvoll aber besonders nach den ersten paar Kilometern gut zu fahren
Später geht es mit High-speed auf einem breiteren Weg gen Tal
Unterwegs traffen wir diese Gesellen! Solche Schweine!
Die Abfahrt vom Cassana Pass – 180 Grad Kurven ohne Ende mit grandioser Aussicht

Höhenprofil & Karte: